Bewerbungsgespräch im Hochsommer: Was ziehe ich an?

Bewerbungsgespräch im Hochsommer: Was ziehe ich an?
Nicola Schmidt

Der Sommer ist einer der schönsten Jahreszeiten. Allerdings gibt auch große Herausforderung zu bewältigen. Zum Beispiel bei 35 Grad im Schatten in einem stickigen Büro zu sitzen. Auch ein Bewerber hat es nicht leicht, insbesondere wenn er mit nichtklimatisierten öffentlichen Verkehrsmitteln zum Vorstellungsgespräch unterwegs ist und dadurch Gefahr läuft, verschwitzt und strähnig zum Termin zu kommen. So stellt sich die wichtige Frage: Was ziehe ich an? Nicola Schmidt, Wirkungsverstärkerin und Imageexpertin gibt Tipps.

Nun ist endlich der Hochsommer da mit dementsprechenden Temperaturen. Natürlich möchten wir uns am liebsten nur in Badekleidung durch die Gegend bewegen. Doch zum Vorstellungsgespräch wollen wir ja auch einen guten ersten Eindruck erwecken. Also passen wir uns dem entsprechenden Branchen-Dresscode an. Oder macht es sogar Sinn, aus der Masse herauszustechen und besser in kurzen Hosen und leichtem T-Shirt zum Bewerbungstermin zu erscheinen?
Wohl kaum. Es gab tatsächlich mal einen solchen Fall. Zum Vorstellungsgespräch einer Bank erschien ein Bewerber in einem sehr sommerlichen Outfit: Shirt, Surfershorts und Badelatschen. Zum Gespräch kam es nicht, denn er wurde direkt wieder nach Hause geschickt. In der Finanzbranche ist der Dresscode streng. Für die Herren gilt Anzug- und Krawattenpflicht, für die Damen entweder Anzug oder Kostüm mit jeweils geschlossenem Schuhwerk.

In der IT-Branche dagegen geht es in vielen Firmen sehr lässig zu. Das kann es tatsächlich passieren, dass an heißen Tagen die Mitarbeiter in kurzen Hosen und Shirt herumlaufen.
In kreativen Branchen sind die Mitarbeiter einerseits auch kreativ gekleidet. Doch Vorsicht! Es gibt auch Kreativ-Unternehmen, da ist Anzug- bzw. Kostümpflicht.
Im Medienbereich können weniger strenge Kleidungsregeln gelten. Oft sind zum Beispiel Redakteure und Journalisten in Jeans und Turnschuhen bekleidet.
Bevor Sie ins Fettnäpfchen treten, schauen Sie sich die Homepage des Unternehmens an. Wie sind die Mitarbeiter gekleidet? Notfalls rufen Sie im Unternehmen an und fragen nach. Nein, Sie blamieren sich nicht damit, sondern zeigen Interesse am Unternehmen.

Das Bewerbungsgespräch ist ein offizieller Termin. Das bedeutet, dass Outfit darf auch offizieller sein. Also lieber einen Touch zu overdressed, als zu lässig.

Wie sieht das in der Praxis aus? Einige Tipps:

Herren-Sommer-Dresscode
Männer haben es bei Bewerbungsgesprächen im Sommer eher leicht. Die Qual der Wahl entfällt. Damit die Herren nicht ins Schwitzen kommen, spielt das Material eine sehr große Rolle. Anzug, langärmliges Hemd und Krawatte, dazu Lederschuhe.
Achten Sie darauf, dass der Anzug aus Cool Wool ist. Cool Cool ist ein Gütezeichen für Bekleidungsstoffe aus leichter Schurwolle. Das Material bietet temperaturausgleichende und luftdurchlässige Eigenschaften. Man sagt auch, es hat einen „kühlen Griff“. Das Material knittert kaum und ist viel luftiger als jede Jeans.
Wollsocken regulieren im Sommer das Fußklima deutlich besser als Socken aus Baumwolle, da sie die Feuchtigkeit nach außen leiten. Es gibt spezielle Business-Wollsocken, die meistens dünner sind und somit vor Überhitzung schützen.
Lederschuhe sind unerlässlich. Achten Sie darauf, dass die Schuhe Ledersohlen haben. So können die Füße atmen und das Schweissfußthema ist vom Tisch.

In südlichen Ländern sehen wir im Business die Herren eher im Anzug als in Jeans.

Also weg mit allem, was an Strand erinnert. Dazu zählen Shorts, T-Shirts und offene Schuhe. Das wirkt nämlich nicht lässig, sondern nachlässig. Außerdem wird es von vielen Menschen als belästigend empfunden.
Ein seriöser Auftritt passt immer. Bevor Sie jedoch Sie sich für die schwarzen Schuhe und Socken bei den heißen Temperaturen entscheiden, ist es besser sich nochmal in südlichen Ländern umzuschauen.
Schwarz speichert die Wärme, dadurch schwitzen wir natürlich mehr. Besser ist es zum Beispiel zum blaue Anzug braune oder cognacfarbene Schuhe zu wählen.
Nur wenn der Vorgesetzte sein Sakko ablegt, dürfen Sie das auch. Wenn der zukünftige Chef kein Jackett trägt, fragen Sie ihn, wo Sie Ihr Sakko aufhängen können.
Ein absolutes Tabu ist es, die Krawatte zu lockern oder gar abzulegen und den ersten Hemdenknopf öffnen. Das können Sie immer noch NACH dem Gespräch machen.

Damen-Sommer-Dresscode
Die Damen haben zwar mehr Auswahl, allerdings lauern dafür mehr Fallen. In den Geschäften und Modezeitschriften wird oft Freizeitkleidung als Businessoutfit dargestellt. Nun, für vielen Branchen mag das sogar passen. Jedoch für einen Vorstellungstermin gelten offiziellere Regeln.
Viele Damenoberbekleidungsmaterialien bestehen aus veredelter Baumwolle. Das Material ist fein, weich und fühlt sich angenehm an. Allerdings ist es gering elastisch und knittert sehr stark. Ist Baumwolle einmal nass, trocknet es sehr langsam.

Gute Damen-Businesskleidung besteht auch aus Cool-Wool. Wir sehen nicht zerknittert aus, sondern frisch. Diese Stoffqualität gibt es nicht in klassischer Form, sondern auch in modischen Varianten.
Ob Sie sich für die klassische Bluse oder ein Seidentop unter dem Blazer entscheiden, dass ist Ihre kreative Freiheit. Mein Tipp: Bei großer Hitze ist ein Seidentop optimal. Seide ist ein Material, was an heißen Tagen ideal kühlt.

Die meisten Frauen fühlen sich in Hosen sicherer als in einem Rock. Achten Sie auch hier wieder darauf, dass das Material hochwertig ist und die Hose nicht zu lang.
Wer sich für einen Rock oder ein Kleid entscheidet, sollte darauf achten, dass die Rocklänge nicht zu kurz ist. Ich wurde vor Kurzem gefragt: „Wie kurz darf es denn sein?“ Auf Nummer sicher gehen mit einer knieumspielenden Variante. Stellen Sie sich mal vor den Spiegel und schauen, an welcher Stelle das Bein schmal ist, denn dort sollte der Rock enden. Bei manchen Damen ist es direkt über dem Knie, bei anderen ist das Knie die schmalste Stelle, bei einigen sogar unter dem Knie.
Die hauchdünnen Sommer Fähnchen sind natürlich im Vorstellungsgespräch fehl am Platz, auch die Maxikleider im Hippielook.
Wenn Sie jedoch ein Kleid oder Rock tragen möchten, achten Sie auf eine gute Feinstrumpfhose. Nackte Beine im Vorstellungsprozess haben nichts zu suchen. Zu heiß? Es gibt Feinstrumpfhosen, die so hauchzart sind, dass man im ersten Moment gar nicht sieht, dass man eine Strumpfhose anhat. Je kleiner die Deiner-Zahl (den), desto zarter ist das Material. 5 den oder es gibt sogar Exemplare in 3 den. Die Strumpfhose sollte matt sein. Glänzende Materialien sind für festliche Veranstaltung geeignet und gehören nicht in den Job. Außerdem wirken die Beine durch glänzende Nylons optisch kräftiger.

Offene Schuhe? Die Zehen sollten immer bedeckt sein. Bei sehr heißen Temperaturen bieten sich halboffene Schuhe an. Diese Singbacks sind vorne geschlossen und hinten offen.
Ansonsten ist der Pumps mit bequemen Absatz immer eine gute Wahl. Auch schicke Schnürschuhe bieten je nach Outfit eine gute Alternative.

Im Geschäftsleben gibt es eine Formel: Weniger ist mehr. Ob Ausschnitt oder Muster – achten Sie darauf, dass Ihr Businessoutfit für den Vorstellungstermin dezent ist. Überprüfen Sie vor dem Spiegel, ob sich Dessous abzeichnen oder durchschimmern. Falls ja, dann gönnen Sie sich nahtlose Dessous im Nudeton. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass Ihr Gegenüber Ihnen ins Gesicht schaut.
Accessoires bitte in Maßen. Zuviel Geklimper lenkt von Ihrer Persönlichkeit ab. Das gilt auch für Nagellack in leuchtenden Sommertönen. Weniger ist mehr funktioniert im Geschäftsleben immer.

Draussen unterwegs zu sein mit einer schicken Sonnenbrille. Das ist soweit okay, sofern Sie beim Betreten des Unternehmens die Brille absetzen. Denn ins Haar hochsteckt, vermittelt eher den Eindruck, dass Sie lieber in die Eisdiele möchten.

Auch wenn Pastelltöne in diesem Sommer der Renner sind, von Kopf bis Fuss ist es zu viel. Außerdem laufen Sie Gefahr, nicht ernst genommen zu werden. Mein Tipp: Blau eignet sind immer gut, eine Alternative ist ein schöner Graphitton. Das ist ein dunkleres Grau. Wenn Sie dies mit einem pastelligem Oberteil kombinieren, haben Sie einen eleganten und edlen Look.
Denken Sie daran, Sie investieren in Ihre Karriere.

Ihre Wirkungsverstärkerin

Nicola Schmidt ist Wirkungsverstärkerin und Stilexpertin. Als Imagetrainerin unterstützt Fach- und Führungskräfte, die durch eine authentische, eindrucksvolle und wirkungsvolle Präsenz den Grundstein für ihren Erfolg legen möchten. Erfahren Sie, welche Kraft und Chancen in Ausdruck, Umgangsformen und Outfit stecken. Sie begeistert mit viel Praxisnähe und setzt Impulse. Somit gewinnen ihre Kunden noch mehr Ausstrahlung mit klarer Wirkungspräsenz.

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